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Klasse Gemeinschaft

Es ist Mittwochmorgen am Schengen-Lyzeum und die Klasse 5C hätte eigentlich gerade Mathematik, aber heute steht etwas anderes auf dem Plan. "Bildet Fünfergruppen", lautet die Einladung an die Klasse, "mit Klassenkameraden, mit denen ihr sonst wenig zu tun habt. In jeder Gruppe sollten Mädchen und Jungen sein." Es wird unruhig in der fünften Klasse, in der die Erlebnispädagogin Désirée Nenno heute arbeitet. Unglückliche Mienen, verschränkte Arme, unsicheres Gekicher, Unschlüssigkeit. Nach einiger Zeit ist die Anweisung zähneknirschend umgesetzt und die Gruppen erhalten die Aufgabe, die sie nun lösen sollen: Ein Gegenstand soll möglichst weit hinter einer Linie am Boden platziert werden; die Gruppe, die dabei den weitesten Abstand erzielt, gewinnt. Die Regeln sind dabei überschaubar:  Der Bereich hinter der Linie darf nicht berührt, es dürfen keine Hilfsmittel verwendet werden.         
Die Gruppen verteilen sich im Schulgebäude, um sich an der Umsetzung der Aufgabe zu versuchen. Die Tutoren der Klasse sowie die Erlebnispädagogin beobachten, greifen aber kaum in das Geschehen ein. Erste Versuche einzelner Schüler führen zu keinem befriedigenden Ergebnis und schnell wird klar, dass es besser geht, wenn die Gruppenmitglieder miteinander kooperieren. Die Hemmschwelle, sich dabei zu berühren und zu stützen ist schnell überwunden, schließlich will ja jeder gewinnen und so finden sich bald einige sonderbare Formationen aus teilweise übereinander gestapelten Kindern auf dem Gang, über die vorübergehende Schüler oder Lehrer verwundert schauen und welche dann und wann unter lautem Gelächter umfallen.      
Nach Ablauf der festgelegten Übungszeit kommt es zum Wettbewerb der Gruppen, wobei die Entfernung des Gegenstands von der Linie jeweils mit dem Bandmaß vermessen und notiert wird. Obwohl jedes Team gewinnen will, wird jeder Versuch der anderen Teilnehmer mit Klatschen gewürdigt, es wird gestaunt und gelacht über die teils sehr akrobatischen Lösungsansätze, die dabei angewendet werden. Ist ein Versuch ungültig, weil ein Teilnehmer den Bereich hinter der Linie berührt oder die Formation umfällt, gibt es aufmunternde Worte. Die Siegergruppe wird schließlich von allen bejubelt und nimmt gerne den Preis in Form von Süßigkeiten entgegen, der dann aber freiwillig mit allen geteilt wird. Die Stimmung ist positiv in der Klasse, als die Aufgabe im Sitzkreis reflektiert wird. "Es war gar nicht so schlimm, die Mädchen an den Händen zu halten bei der Übung", gesteht ein Junge aus der Klasse. ?Das hat echt Spaß gemacht, auch wenn wir nicht gewonnen haben." Trotz der Kleingruppen ist ein gewisses Wir-Gefühl in der Klasse entstanden. "Wie könnt ihr das, was ihr jetzt erlebt habt, auf euren Unterrichtsalltag übertragen?", fragt Nenno die Kinder. "Im Unterricht müssen wir ja auch oft in Gruppen arbeiten, die wir uns nicht aussuchen können. Vielleicht klappt das jetzt auch besser.", antwortet eine Schülerin. "Wenn es gut läuft bei der Arbeit, haben doch alle was davon."         
Die Doppelstunde ist ein Baustein im "Projekt Erlebnispädagogik", das seit 2012 einen festen Bestandteil im Konzept des Schengen-Lyzeums bildet. Ziel sind die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls und der Teamfähigkeit sowie die Prävention von Konflikten in den Klassen des Schengen-Lyzeums. Erarbeitet von den beiden Erlebnispädagogen Alexander Pitzius und Désirée Nenno unterscheidet es sich von den üblichen erlebnispädagogischen Maßnahmen im Erziehungsbereich vor allem durch seine Kontinuität, da nicht im Rahmen einmaliger Tagesveranstaltungen, sondern in einer Reihe von aufeinanderfolgenden Terminen mit den Klassen gearbeitet wird, zwischen denen die Veränderungen immer neu evaluiert und die Kooperationsübungen darauf angepasst werden. Zudem findet ein konstanter Austausch zwischen Klassen- und Projektleitung statt. Vor allem in Klassen der Unter- und Mittelstufe findet das Kooperationstraining großen Anklang, sodass die einmal wöchentlich angebotenen Termine über das ganze Schuljahr hinweg ausgebucht sind.     
Neben der Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls und der Kooperationsfähigkeit in der Klasse springt jedoch auch für das Individuum bei den erlebnispädagogischen Übungen etwas heraus. "Die Kinder erfahren dabei, dass sie über Stärken und Ressourcen verfügen, von denen sie selbst nicht wussten", so Nenno über das Projekt. "Ein bisschen Angst hatte ich schon bei der Übung", sagt ein Mädchen im Sitzkreis. "Ich musste mich ganz weit vorlehnen, und wenn die anderen mich losgelassen hätten, wäre ich hingefallen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so was traue!" Wenn man sich der Unterstützung seiner Mitmenschen sicher sein kann, dann wagt man sich auch schon mal weiter aus seiner Komfortzone hervor und kann über seine Grenzen hinauswachsen.

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